20jähriges Dienstjubiläum Petra Matt-Dillmann

Petra Matt-Dillmann/ Foto: Dr. Frank Möller

Strahlender „Lichtblick“ im Gemeindebüro:
20-jähriges Dienstjubiläum unserer Gemeindesekretärin Petra Matt-Dillmann

Gut gelaunt und freundlich empfängt Petra Matt-Dillmann die Gäste in ihrem Gemeindebüro der Philippusgemeinde. „Sie ist die richtige Frau am richtigen Platz“.

Am 3. Juli 2001 hat Frau Matt-Dillmann ihren Dienst im Gemeindebüro der Philippuskirche im Ökumenischen Gemeindezentrum begonnen. Das war damals eine Umbruchszeit in der Gemeinde: Frau Bott hatte als Gemeindesekretärin aufgehört, bei uns zu arbeiten, Pfarrerin Renate Weigel wechselte 2002; und die dadurch vakante zweite Pfarrstelle wurde erst 2004 mit Pfarrerin Ulrike Hinkel wiederbesetzt.

Seit 20 Jahren findet unsere Gemeindesekretärin den richtigen Ton, aufmerksam hört sie allen zu, die mit Sorgen oder Trauer beladen ins Gemeindebüro kommen. Sie hat immer ein liebes Wort für ihre Gesprächspartner. Auch dadurch ist sie über alles in der Gemeinde informiert. Sie kennt viele Vorgänge – und vor allem viele Menschen.

Ihr Lachen ist ansteckend – und nie erleben sie die Mitarbeiter und Gäste schlecht gelaunt. Petra Matt-Dillmann „managed“ den „Eine-Frau-Betrieb“ im Gemeindebüro (mit ihrer Urlaubsvertretung Frau Waltraud Bickel seit inzwischen 10 Jahren) alleine, das erfordert viel Energie und Flexibilität.

Liebe Petra, Du feierst in diesem Jahr dein 20-jähriges Dienstjubiläum. Das nehmen wir jetzt zum Anlass, Dich und deine Arbeit vorzustellen. Oft klingelt das Telefon, immer wieder steht jemand vor Deiner Bürotür. Beschreibe uns doch bitte einmal die Fülle der Aufgaben, die Du beschickst.

Ich kann selbst gar nicht richtig glauben, dass es schon 20 Jahre her ist, dass ich hier im Gemeindebüro angefangen habe zu arbeiten. Auch dass so vielfältige Arbeiten auf mich zukommen werden, habe ich nicht gedacht.

Zu meinen Aufgaben gehört das Ausstellen von Amtshandlungsurkunden, wie z.B. zur Taufe, Konfirmation oder zu Trauungen. Zu meiner Arbeit gehört aber auch, Statistiken für die Gemeinde und das Dekanat zu erstellen. Für besondere Gottesdienste, wie z.B. Konfirmationen oder Weihnachten werden die Gottesdienstabläufe erstellt und gedruckt. Eine Handkasse wird geführt, und die Rechnungen müssen bezahlt werden. Das Gemeindebüro ist für die gesamte schriftliche Korrespondenz zuständig inklusive aller dazugehörenden Arbeiten wie Kopieren, Heften, Ablage, usw.

Über diese zahlreichen Verwaltungstätigkeiten hinaus habe ich aber auch Menschenkontakte in vielerlei Hinsicht: Zu Haupt- und Ehrenamtlichen sowie zu vielen Gemeindegliedern. Zu den praktischen Dingen, wie z.B. dem Ausstellen kirchlicher Dokumente oder buchhalterischen Tätigkeiten, Beratung zur Belegung der Schlosskapelle für Trauungen und Taufen, kommen auch immer wieder kleine „seelsorgerische“ Anfragen. Da kommt es auch schon einmal vor, dass ich behilflich bei Empfehlungen für soziale Dienste und weiterführende Kontakte bin.

Gibt es eine Aufgabe, die Dir Freude macht oder besondere Zufriedenheit schenkt?

Besonders Freude macht mir der Kontakt mit den Menschen, die wie ein bunter Blumenstrauß sind. Aus den vergangenen 20 Jahren tauchen Gesichter und Namen vor mir auf. Mit so vielen Menschen hatte ich intensive Begegnungen! Ernsthafte Gespräche, Lachen und Weinen haben in den vier Wänden des Gemeindebüros stattgefunden. Einige dieser Menschen kenne ich nun bereits die gesamte Zeit, andere sind hinzugekommen, wieder andere sind weggegangen oder verzogen, und eine stattliche Anzahl von Menschen ist auch verstorben. Was wären all die Kirchenbucheinträge, die Patenbescheinigungen, die Tauf-, Trau- und Konfirmations-Urkunden, die Abkündigungs- und Liedzettel, die Veranstaltungs-Programme, Teilnehmerlisten von Freizeiten und Adressetiketten, die ich bearbeitet habe, ohne die Gesichter der Menschen, die dahinterstehen: die Gemeindeglieder, dabei die in vielen Bereichen ehrenamtlich Mitarbeitenden und nicht zuletzt die engagierten Hauptamtlichen.

Kontakt mit Menschen geschieht oft am Telefon, per E-Mail oder wenn ein Besucher direkt zu mir ins Büro kommt. Die verschiedensten Leute kommen vorbei, schreiben oder rufen an, um einen Termin zu besprechen, Gemeinderäume zu mieten, oder sie melden sich zu Veranstaltungen an. Aber auch das Ausstellen der Amtshandlungsurkunden hat etwas. Das sind z.B. die Bibelstellen, die von den Leuten ausgesucht werden. Ich finde es spannend, was sie wohl damit verbinden und sich gerade diesen Spruch für sich oder für ihre Kinder ausgesucht haben.

Auch die Mitarbeiter kommen regelmäßig im Büro vorbei, um Einzelheiten für die Gottesdienste oder andere Termine zu besprechen. Eine Zufriedenheit stellt sich bei mir auch nach einem spontanen Gespräch mit Leuten ein, obwohl ich vielleicht zu diesem Zeitpunkt gerade wenig Zeit hatte, ich mir diese aber genommen habe, um mir ein „kleines Problem“ anzuhören und dabei weiterhelfen zu können.

Hast Du den Eindruck, dass es für die Menschen etwas anderes ist bei der „Kirche“ anzurufen?

Ja, das Gefühl besteht bei mir, dass Menschen, die im Gemeindebüro anrufen, eine andere Erwartung haben, als wenn sie beim Energieversorger anrufen würden. Manchmal spüre ich auch eine gewisse Unsicherheit bei den Leuten, wenn sie anrufen oder ins Büro kommen. In fast allen Fällen gelingt es mir aber sehr gut, ihnen diese Unsicherheit zu nehmen. Ich freue mich dann immer, wenn ich helfen konnte.

Liebe Petra, ich danke Dir sehr für dieses Gespräch.

Das Gemeindebüro ist also wie eine kleine „Behörde“. Es war ein großes Glück, dass Frau Matt-Dillmann damals in der Gemeinde ihren Dienst aufgenommen hat. Dass sie so lange bleiben würde, hat damals wohl niemand voraussehen können, sie selbst offenbar auch nicht. Etwas Besseres als Frau Matt-Dillmann konnte der Gemeinde aber nicht passieren! Sie ist an ihrem Platz goldrichtig. Sie ist absolut zuverlässig, verbindlich und sicher in der Kommunikation. Wie oft hat sie die Pfarrerinnen und Pfarrer oder auch mich freundlich an dies oder das erinnert und Themen vorausgedacht. Sie hat ein perfektes Zeitmanagement und weiß genau, wie man mit wem umgehen muss, denn das Spektrum der Besucher und Mitarbeitenden in unserer Gemeinde ist extrem breit. Sie ist zudem so vertrauenswürdig, dass sie über die 20 Jahre unzählige Seelsorgegespräche geführt hat. „Seelsorge bei Gelegenheit“ könnte man das nennen. Sie kennt ihre vielen Besucher im Büroraum und am Telefon und erkennt fast jeden schon an der Stimme. Wie oft hat sie Lösungen gesucht, wenn doch mal wieder eine Woche anders lief als geplant oder Wünsche von Gästen nicht erfüllt werden konnten. Und wenn es ein kompliziertes Thema gab, haben wir oft gemeinsam beraten, die Pfarrerinnen und Pfarrer, die Mitarbeitenden und sie. Wir sind dankbar, dass Frau Matt-Dillmann mit unserer Gemeinde „lebt“ und ihren Dienst so gewissenhaft, vertrauensvoll und den Leuten zugewandt versieht, wie sie es tut.

Im Namen des Kirchenvorstands gratuliere ich ihr zu ihrem Dienstjubiläum, wünsche ihr von Herzen alles Gute, weiter viel Freude an ihrem Tun und zu allem Gottes reichen Segen.