Die Sonne – Ökumenischer Gruß

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Liebe Mitmenschen im Ökumenischen Gemeindezentrum und alle, die sich uns verbunden fühlen!

Die Sonne scheint.

Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang läuft der goldene Ball seine Bahn über den Himmel, vom Osten aufsteigend, hoch in den Süden, nach Westen sinkend. In stetem Rhythmus ordnet die Sonne Tag und Nacht, Morgen, Mittag und Abend. Ihr Licht durchflutet Raum und Zeit. Nach der Sonne kann man sich richten. Auf sie ist Verlass.

Immer ist die Sonne für alle da.

Sie geht auf über Guten und Bösen, Gerechten und Ungerechten. Auch hinter den Wolken ist sie verborgen, sie dennoch durchdringend mit ihren Strahlen. Verschleiernde Nebel lichtet sie auf. Wenn es Nacht wird bei uns, scheint sie anderswo für andere. Auf der Welt geht die Sonne nicht unter.

Im Mittelpunkt steht die Sonne.

Die Planeten kreisen um sie, auch unsere Erde. Nicht alles dreht sich also um uns. Die Sonne trägt die Erde, sie hält sie in rechter Bahn. Ihre Anziehungskraft ist groß. Den Mond und die Planeten lässt sie Licht werden. Sie sind nur ihr Abglanz und Widerschein. Sie leben von ihr – wie wir.

Hoch, erhaben und unnahbar, klar, hell und rein, voll Macht und Pracht steht die Sonne über uns. Weit entfernt, erscheint sie klein und ist doch unendlich groß. Das Auge des Menschen vermag nicht ungeschützt in sie zu blicken; es wird geblendet von der Fülle des Lichts.

 

Ohne mein Zutun leuchtet die Sonne.

Ich kann nichts dafür, dass sie scheint als Zeichen der Gnade. Umsonst, unerschöpflich, ohne sich zu verausgaben, verschenkt sie sich. Sie verwandelt die Welt und taucht sie in Licht. Sie spendet Helligkeit und erlöst aus dem Dunkel. Sie gibt uns Wärme und lässt das Eis schmelzen, auch das des Herzens. Sie befreit aus Erstarrung und bringt in Bewegung. Sie vertreibt die Ängste der Nacht und verströmt die Freuden des Tages. Sonnenklar lässt sie werden, was unklar ist. Sie ist voller Leben und bringt uns das Leben. Die Sonne bringt es an den Tag. Täglich lässt sich Neues und Wunderbares entdecken unter der Sonne.

Die Sonne lacht und leuchtet, sie strahlt und funkelt, glänzt und glüht, gleißt und glitzert. Sie meint es gut mit uns, zu gut bisweilen. Dann erhitzt sie und brennt, sie sticht und sengt, lässt vertrocknen und verdörren. Oft ist sie nicht mehr zu ertragen. Schirm und Schutz braucht man vor Sonnenstich und Sonnenbrand.

Sehnsucht nach Sonne,

Sonnenhunger erfüllt die Pflanzen, Tiere und Menschen. Die Sonnenblumen öffnen sich und bleiben der zugewandt, der sie ihren Namen verdanken. Tiere spielen auf sonnigen Flecken. Einen Platz an der Sonne möchten wir haben, besonnte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sonne im Herzen wünschen wir uns, Sonne der Gerechtigkeit, des Glücks, des Lebens.

Ich sonne mich, nicht im eigenen, sondern im fremden Glanz. Ich öffne mich den Sonnenstrahlen, vertraue mich ihnen an, lasse mich beschenken. Ich biete mich der Sonne dar und empfange von ihr wohltuende, wärmende, belebende und heilende Kräfte.

So wird die Sonne zum Sinnbild für Gott.

Er hat sie geschaffen, das große Licht, das den Tag regiert. Er selbst ist Sonne und Schild. Die ihn liebhaben, werden sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Macht. Das Antlitz Jesu leuchtet verklärt wie die Sonne. Am Karfreitag verliert sie trauernd ihren Schein. Am Ostersonntag aber geht sie auf wie der Morgenglanz der Ewigkeit.So kann alle Tage Sonntag sein. So lässt sich singen mit Paul Gerhardt, der in der Dunkelheit des Dreißigjährigen Krieges dichtet:

Die Sonne, die mir lachet,

ist mein Herr Jesus Christ,

das, was mich singen machet,

ist, das im Himmel ist.

 

»Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang

sei gelobt der Name des Herrn. «

(Psalm 113,3)

 

Es grüßt Sie herzlich, auch im Namen von Pfarrer Stefan Schäfer und Pfarrer Simon Wiegand,

Ihr

Dr. Frank Möller (Vertreter des Kirchenvorstands)