Darmstadt. Schauen, erinnern, staunen …
Angetan zeigten sich viele der wohl etwa 200 Besucherinnen und Besucher, die am Tag des offenen Denkmals ins Ökumenische Gemeindezentrum (ÖGZ) kamen. Das Versprechen war: Kranichstein birgt einen Schatz in seiner Mitte. Und das war nicht zu viel versprochen. Das vielfältige Programm rund um Geschichte, Architektur und Leben dieses besonderen Ortes wusste zu begeistern. Selbst „alte Hasen“ entdeckten Ecken und Winkel, die sie zuvor so noch nicht wahrgenommen hatten. „Das ist mein Ort“, begeisterte sich eine Frau, als sie bei Kerzenlicht und meditativer Musik für einige Zeit in der Philippuskapelle verweilte: „Wirklich ein Schatz mitten in Kranichstein!“
Als „sachliches Gegenüber zur Wohnstadt und nicht als sakrale Überhöhung“ fassten die beiden renommierten Architekten Rolf Romero und Lothar Willius in der Einweihungsschrift von 1980 den Grundgedanken des Baus zusammen. Nicht Repräsentation stand im Vordergrund, sondern Kommunikation. Evangelische und katholische Kirchengemeinde kamen hier unter einem Dach zusammen. Um den „Hof der Begegnung“ in der Mitte spannt sich das Zelt Gottes bei den Menschen. Bei den Führungen ließ sich gut nachvollziehen, wie die Architekten diesem Grundgedanken Gestalt gaben und ein beeindruckendes Raumkonzept entwickelten: ein Miteinander und nicht nur ein Nebeneinander.
Einen besonderen Akzent setzte das Konzert von Holyphon, örtlichen Solisten und dem Ökumenischen Chor am Sonntagnachmittag in der Kirche St. Jakobus, das viel Beifall fand. Auch draußen war es zu hören und machte darauf aufmerksam, dass die Türen des ÖGZ offen stehen und hier gefeiert wird.
Eine begleitende Videopräsentation erzählte vom Gemeindezentrum und zugleich von Kranichstein. Manch eine und manch einer erinnerte sich an die eigene Geschichte, an das eigene Leben in Kranichstein – damals und daran, wie alles geworden ist. Hans-Wolfgang Aicher ist diese Videopräsentation ebenso zu verdanken wie die Organisation des Tags des offenen Denkmals, an dem sich das ÖGZ erstmals beteiligte.
„Mal sehen, wie das alles zusammengeht“, war mancher Beteiligte noch am Vorabend gespannt. Dank einer akribischen Organisation im Hintergrund und einer großen Schar ehrenamtlicher Unterstützerinnen und Unterstützer wurde das Versprechen eingelöst: „Erleben Sie die besondere Atmosphäre dieses Ortes.“ So hatte der Verein der Freunde und Förderer des Ökumenischen Gemeindezentrums eingeladen, der den Tag des offenen Denkmals für das ÖGZ am Sonntag ausgerichtet hatte.
Ein herzlicher Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die diesen besonderen Tag im ÖGZ ermöglicht haben.
Wer mehr über das Ökumenische Gemeindezentrum erfahren möchte, findet auf der Website „Straße der Moderne“ unter Darmstadt eine ausführliche Vorstellung des ÖGZ.

