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Grußwort Dekanin Schmidt-Hesse (ev) zum 40jährigen Jubiläum

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse / Foto: EMS

"Guten Morgen, meine Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,
ich möchte als erstes ganz herzlich gratulieren zu 40 Jahre Ökumenisches Gemeindezentrum.
Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre bin ich zum ersten Mal hier gewesen mit Helmut Beth und ich komme immer wieder gerne hierher. Ich freue mich, dass ich heute mit Ihnen gemeinsam feiern kann.
Einen großen Dank möchte ich aussprechen an die vielen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die im Laufe dieser 40 Jahre für das Ökumenische Gemeindezentrum und mit dem Ökumenischen Gemeindezentrum aktiv waren.
Ein solches Projekt aufzubauen ist eine große Leistung und ich finde, es über die Jahre hin unter sich immer wieder verändernden Bedingungen weiterzuentwickeln, ist genauso eine große Leistung.
Dies ist ein besonderer Ort in Darmstadt und weit darüber hinaus.
Sie leben hier ein ökumenisches Leitmotiv, nämlich als Kirchen alles gemeinsam zu tun, was wir in unserem gemeinsamen Glauben und gemäß der kirchlichen Lehre - in der es ja auch Unterschiede gibt - gemeinsam tun können. Und dies ist in vielen Arbeitsfeldern mehr als wir oft denken.
Beim Ökumenischen Kirchentag, der nächstes Jahr stattfinden soll, möchten wir das Ökumenische Gemeindezentrum auch als ein Beispiel von ökumenischer Zusammenarbeit präsentieren.
Sie arbeiten hier konfessionsverbindend. Mir ist dieser Begriff wichtig, denn ‚konfessionsverbindend‘ sagt ja etwas anderes als ‚konfessionsverschieden‘.
Ja, Sie arbeiten konfessionsverbindend - und Sie arbeiten hier zugleich milieuverbindend. Es ist von Anfang an ein Kennzeichen dieses Ökumenischen Gemeindezentrums gewesen, das Sie sich gemeinsam für und mit anderen Menschen, Initiativen, Institutionen hier im Stadtteil für ein gutes Zusammenleben einsetzen.
Ich finde es wichtig, dass das auch so bleibt.
In Zeiten von zunehmenden Spannungen in unserer Gesellschaft kommt es darauf an, dass wir Menschen unterschiedlicher Milieus ansprechen und sie zusammenbringen. Dass es uns gelingt, sich ineinander hineinzuversetzen.
Im Blick auf Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen und auch unterschiedlicher Einstellungen ist es eine wichtige Aufgabe unserer Kirchen heute, dass wir es ermöglichen, dass ganz verschiedene Menschen sich zusammensetzen und dass sie sich in guter Weise auseinandersetzen. Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie mit all den notwendigen Kontaktbeschränkungen kommt es darauf an, Möglichkeiten zu finden, dass Menschen gleichwohl, vielleicht in anderer Form, zusammenkommen bzw. in Kontakt bleiben.
Kranichstein hat sich in den 40 Jahren, in denen das Ökumenische Gemeindezentrum besteht, stark verändert. Es ist größer geworden und die Pluralität ist weiter gewachsen.
Deswegen finde ich es wichtig, dass Sie, um Kirche hier noch sichtbarer zu machen, das neue gemeinsame Logo entwickelt haben.
Da gibt es das Gelb und das Lila, die Farben der evangelischen und der katholischen Kirche, und es gibt das Grün.
Das Grün, so wurde mir gesagt, steht für die Ökumene, steht für das Aufeinander- Bezogen-Sein als zwei verschiedene Konfessionen, und es steht für das gemeinsame Bezogen-Sein auf den Stadtteil.
Nun ist grün ja auch die Farbe der Hoffnung. Deshalb möchte ich Ihnen für Ihren weiteren Weg ein Wort aus dem ersten Petrusbrief des Neuen Testaments sagen:
„Seid alle Zeit bereit, Rechenschaft zu geben von der Hoffnung, die in Euch ist.“
Der Grund unserer Hoffnung ist das Kreuz Christi, das Zeichen der leidenschaftlichen Liebe Gottes zu uns Menschen und zur Welt. Und dieses Kreuz steht auch im Logo über allem anderen.
Ich wünsche ihnen, dass Sie Hoffnungsträger und Hoffnungsträgerinnen sein können. - für und mit den Menschen hier in Kranichstein.
Gott segne Sie und Ihren Dienst.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse
Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt"