28.01.2018

Ökum. Gesprächsreihe 2018, 1. Abend

Über den eigenen Kirchturm hinaus "Suchet der Stadt Bestes"


Fotos: D. Volke (zum Vergrößern bitte Anklicken)

Auf dem Podium erzählten die jungen Leute (Foto oben v.l.: Sven Strobel, Ina May im Gespräch mit Moderator Matthias Göbel, Rachid Bouji und Philipp Aicher) über Kindheit und Jugend in Kranichstein und im Ökumenischen Gemeindezentrum. In der dicht besetzten Philippuskirche (Foto unten) lauschten die meist Älteren, was die jungen Leute auf dem Podium zu sagen hatten. So begann am Mittwoch (24. Januar) die ökumenische Gesprächsreihe „Über den eigenen Kirchturm hinaus“, zugleich Auftakt-Veranstaltung zum Stadtteil-Jubiläum 50 Jahre Kranichstein. Es waren teils amüsante Geschichten, die zu hören waren, etwa von der Lehrerin Ina May (31), die in ihrer Kindheit in Kranichstein als Sternsingerin immer eine bestimmte Familie besuchen wollte, „weil es da so tollen Donauwellen gab“. Und das sei so geblieben. Auch heutige Sternsinger sind gern bei dieser Familie zu Gast. Die Donauwellen schmecken noch immer. Angetan und erfreut waren die Älteren zu hören, dass das Gemeindezentrum für die jungen Leute ein Zuhause und Heimat war und ist. „Ich kenne die Menschen im Gemeindezentrum von der Gründergeneration bis zu den Kleinen heute,“ sagte Ina May. Für ihre Kinder wünscht sie sich, dass sie in der gleichen Selbstverständlichkeit des ökumenischen Miteinanders aufwachsen, wie sie es erlebt hat. Das scheint zu gelingen. Jedenfalls sagt ihre 3-jährige Tochter: „Mama, manchmal gehe ich in unsere Kirche und manchmal in die Philippuskirche." Auch für Rachid Bouji (32) ist das Ökumenische Gemeindezentrum ein Ort, „an dem ich mich willkommen fühle“. Bouji wurde in Marokko geboren und ist Muslim. Über Fußball kam er als Jugendlicher ins Ökumenische Kinder- und Jugendhaus. „Man hat mir hier später mehr und mehr Verantwortung übertragen. Dafür bin ich dankbar. Heute möchte ich gern etwas davon zurückgeben.“ Gelobt wurde die Offenheit, die hier zu spüren sei. Ob die Offenheit wohl so weit geht, dass man das Verbindende mit anderen Religionen sucht und lebt? Das war Frage und zugleich Wunsch.

Dietmar Volke


 

 

Ökumenisches Gemeindezentrum